North-East Antifascists [NEA]
Viel diskutiert wird über Hartz4-Empfänger_innen, die Höhe der Regelsätze und die Frage danach, wie sich das Erwerbslosenheer gerade in Krisenzeiten wieder in Arbeit bringen ließe. Die Diskussion ist auch schon länger in der radikalen Linken angekommen und erfährt inhaltlich wie auch praktisch verschiedene Ausformungen. Die einen organisieren linksradikale Blöcke auf Sozialabbau-Demos oder streiten für das Existenzgeld, andere wiederum halten trotzig zurecht das Bild des „glücklichen, faulen“ Erwerbslosen hoch. Das „unsere Blöcke“ nur die mobile, geschrumpfte Variante des eigenen Szenesumpfes sind und ein Leben unter Hartz4 spätestens dann,
wenn die Bezüge gekürzt werden, nur wenig mit „sexy Kommunismus“ und hedonistischer Strandparty zu tun haben, ist nur selten Gegenstand innerlinker Debatte. Wir wollen der Frage nachgehen, wie Widerstand gegen Marginalisierung aussehen kann, ohne dabei die Forderung nach mehr oder „gerechterer“ Arbeit stark zu machen. Gerhard Hanloser (Freiburg, Autor: „Krise und Antisemitismus”) spricht über die ideologische Ausrichtung der Hetzkampagnen gegen Erwerbslose und frühe Ansätze von Gegenorganisierung. Anne Allex (Berlin, AK Marginalisierte, aktiv in der Erwerbslosenbewegung) berichtet über die Entwicklung der Hartz4-Gesetze, deren Vorläufer und kommende Gesetzesänderungen. Aktive aus der „Kampagne gegen Zwangsumzüge“ und von der Initiative „Keiner muss allein zum Amt“ (Berlin) schildern ihre Erfahrungen in der Praxis und stellen diese zur Diskussion.